Good old Bad Schwartau // Trauerzug im Jahr 1913
Festlich schreitet am 28. Juli 1913 der Trauerzug mit dem toten Schwartauer Ehrenbürger Gustav Jäde (1850-1913) am Haus der „Matthias und Charlotte Jäde Stiftung“ vorbei.
Als Lübecker Textilfabrikant hatte dieser 1908 die Stiftung in Gedenken an seine Eltern Matthias und Charlotte Jäde gegründet. Sie sollte denjenigen Menschen eine Aufnahme für die letzten Lebensjahre ermöglichen, die mit Schwartau verbunden waren, ein ehrbares Leben geführt hatten und zuvor nicht von der öffentlichen Armenpflege unterstützt werden mussten. Das Matthias- und Charlotte-Jäde-Stift (meist nur als Jäde-Stift bezeichnet) war also eine frühe Form des betreuten Wohnens.
Das Haus wurde bis 1997 von der Stiftung getragen.
Der Verkauf des Hauses führte zu einem Überschuss in Höhe von 240.000,00 €. Von diesem Betrag hat die Stiftung 220.000,00 € langfristig angelegt, unter anderem in Aktien sowie in einer Immobilie.
Entsprechend dem Stiftungszweck des Gustav Jäde werden aus den Erträgen der Matthias Charlotte Jäde Stiftung jährlich Ausschüttungen zugunsten bedürftiger Bürgerinnen und Bürger der Stadt vorgenommen.
Heute ist in dem ehemaligen Jäde-Stift eine Anwaltskanzlei ansässig.