Aktion: Auf den Punkt gebracht „Stopp! – gegen Gewalt an Frauen!“
Am Montag, 25.11.2013, um 11.00 Uhr wurde die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ vor dem Rathaus von dem Bürgermeister, der Bürgervorsteherin und von mir, der Gleichstellungsbeauftragten Tanja Gorodiski, gehisst.
Es beeindruckt, wenn viele bekannte Persönlichkeiten sich gemeinsam gegen Gewalt äußern und klar machen, dass Gewalt falsch ist.
So trafen sich zu dieser Aktion:
Hintergrund
Verschiedenen Studien zufolge inklusive einer angenommenen Dunkelziffer erlebt jede dritte Frau weltweit mindestens einmal im Leben Gewalt. Die Gegenwart der Bedrohung beeinflusst aber auch Frauen, die noch keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht haben! Eine diffuse Angst, eine Unruhe haben viele Frauen, beispielsweise auf dunklen Wegen oder generell, wenn sie im Dunkeln unterwegs sind. Viele besuchen daher vorsorglich Selbstverteidigungsangebote oder meiden bestimmte Orte und sind gezwungen, aus Sorge um ihre Sicherheit ihre Erlebenswelt und somit einen Teil ihres Lebens einzuschränken. Diese Angst bezieht sich nicht nur auf sich selbst, sondern oft auch auf Töchter, Schwestern, Mütter, Großmütter, Freundinnen etc.
„Das kann jeder Frau passieren.“
Beziehungsgewalt passiert jeden Tag in unserer Mitte, in unserer Gesellschaft. 70 % der betroffenen Frauen haben ein eigenes Einkommen, 40 % haben Abitur oder zusätzlich einen Hochschulabschluss. Sie könnten gehen. Im Durchschnitt warten sie jedoch 7 Jahre. Jedes Jahr fliehen ca. 40 000 Frauen in Deutschland in die Frauenhäuser. (Studien der Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2004 sowie einer Bestandsaufnahme des Ministeriums 2012).
Außer häuslicher Gewalt gibt es noch zahlreiche andere Bereiche, in denen Frauen Belästigungen und Gewalt ausgesetzt sind. Es geschieht in Familien, im Schlafzimmer, auf Partys, in öffentlichen Verkehrsmitteln, am Telefon, am Arbeitsplatz, beim Hobby.
Gewalt ist unterschiedlich: körperlich, wirtschaftlich, psychisch, sexualisiert. Stalking.
Gewalt ist das, was Frauen als Gewalt empfinden und beginnt dort, wo Frauen als Opfer gedemütigt, erniedrigt und verletzt zurückbleiben. 1976 entstand das erste Frauenhaus, 1998 wurde Vergewaltigung in der Ehe ein Strafbestand und 2002 trat das Gewaltschutzgesetz in kraft. Leider hat das noch nicht zu einer verminderten Gewalttätigkeit gegen Frauen in unserer Gesellschaft geführt.
Gewalt kommt in allen Kreisen vor. Daher ist dieser große Themenbereich ein wichtiges Thema der Gleichstellungsbeauftragten. Nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ wird dieses Thema immer wieder auf vielfältige Art und Weise thematisiert, um ein Umdenken zu erreichen und Frauen zu helfen.
Weitere Informationen erhalten Sie gern bei mir.
Hilfsangebote für betroffene Frauen gibt es:
Über das neue bundesweite Hilfstelefon für Frauen 08000 116016
Im Frauenhaus Lübeck 0451 705185
Frauennotruf Lübeck 0451 704640
Im Frauenhaus Ostholstein 04363 1721
Notruf Ostholstein: Eutin 04521 73043, Neustadt 04561 9197