Museumsfavoriten der Bad Schwartauer Stadtverwaltung

Das aktuell für Besucherinnen und Besucher geschlossene Museum der Stadt Bad Schwartau bewahrt in seiner Sammlung historisch interessante Objekte aus unserer Heimatstadt.

In den unten stehenden Aufklapptexten werden verschiedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bad Schwartauer Stadtverwaltung sowie Städtischen Betriebe mit einem ihrer Lieblingsobjekte aus der Museumssammlung vorgestellt:

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Postkarte aus der Zeit um 1915

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Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Alexander Schmidt, der die Städtischen Betriebe der Stadt Bad Schwartau leitet. Eines seiner Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist eine Postkarte, die er als großformatige Reproduktion in seinem Büro aufgehängt hat.
Die Postkarte aus der Zeit um 1915 zeigt den Marktplatz mit der damaligen Straßenbahn und dem Amtsgericht im Hintergrund.

„Als ich mit dem Team der Städtischen Betriebe im Frühjahr 2022 übergangsweise in das alte Amtsgericht einzog, fragte ich beim Museum an, ob es alte Abbildungen von Bad Schwartau gibt, die ich als Wandschmuck für mein Büro nutzen könnte.
Das Ergebnis ist diese tolle Reproduktion einer Postkarte, auf die ich schon vielfach angesprochen wurde. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an das Museum der Stadt Bad Schwartau!“

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Tageskleid aus der Zeit um 1885

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Foto: Stadt Bad Schwartau

Das ist Lea Wroblewski, die bei der Stadt Bad Schwartau im Amt für Zentrale Dienste und Finanzen tätig war. Eines ihrer Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist ein Tageskostüm aus der Zeit um 1885, das aus einer Jacke und einem Rock besteht.

Ursprünglich hatte dieses Kleid die Farbe „Mauve“ - ein synthetisch hergestelltes Violett. Diese Industriefarbe war um 1880 sehr modern und ein kostspieliges Statussymbol. Die ursprüngliche Trägerin dieses Kleidungsstücks hatte also die finanziellen Mittel, sich ein modernes Tageskleid in der damaligen Trendfarbe „Mauve“ zu leisten. Durch Lichteinfluss ist die ursprüngliche Farbe über die Jahrzehnte ausgeblichen, sodass es heute blass-rosa anmutet.

Lea Wroblewski findet es spannend, wie sich die Mode verändert: „Man sagt ja, dass in der Mode alles einmal wiederkommt. Ob solche Kleider wohl auch einmal wieder Trend sein werden, wird die Zukunft zeigen.“

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Leuchtreklame "Café"

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Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Timo Michaelsen, der im Rathaus als Leiter des Amtes für Bildung, Sport, Senioren und Kultur tätig ist. Eines seiner Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist eine Leuchtreklame. Das Objekt stammt aus dem Konditorei-Café Hartmann, das sich vom 1. Mai 1961 bis zum 1. Mai 2022 in der Lübecker Straße 14 befand.

Timo Michaelsen findet das Objekt spannend, weil es die Ästhetik der 1960er Jahre reflektiert und an das beliebte Café Hartmann erinnert - das letzte Konditorei-Café von Bad Schwartau. „Es ist schade, dass das Café nicht mehr existiert, aber es ist schön zu wissen, dass die Erinnerung daran im Museum der Stadt Bad Schwartau bewahrt wird.“

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // »Putto auf Reh« von Paul Peterich

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Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Julia Schütt, die im Rathaus im Amt für Zentrale Dienste und Finanzen tätig ist.
Eines ihrer Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist die Plastik »Putto auf Reh« von Paul Peterich aus dem Jahr 1905, die aus vergoldeter Bronze gefertigt wurde.
Julia Schütt findet, dass dieses Kunstwerk eines der schönsten Objekte der Museumssammlung ist.

Paul Peterich wurde 1864 in Schwartau geboren und studierte an Kunstakademien in Hamburg und Berlin. Nach verschiedenen überregionalen Kunsterfolgen und einer Berufung zum Professor, entschied er sich 1907 nach Italien zu gehen und in der Region um Florenz tätig zu sein. Er starb 1934 in den Niederlanden. Heute befinden sich die Kunstobjekte Paul Peterichs in verschiedenen europäischen Kunstmuseen und Privatsammlungen.

Und wer oder was ist ein Putto??
→ In der bildenden Kunst ist ein »Putto« eine meist männliche und nackte Kinderfigur mit oder ohne Flügel. Die künstlerische Darstellung solcher »Putti« (auch: Putten) war vor allem seit der Frührenaissance populär.

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Straßenschild mit der Aufschrift »Solbadstraße«

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Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Uwe Böttcher, der im Rathaus als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes tätig war.

Eines seiner Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist ein altes Straßenschild mit der Aufschrift »Solbadstraße«.

Uwe Böttcher findet das Objekt spannend, weil es auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber in Wirklichkeit Zeugnis einer der prägendsten Bad Schwartauer Geschichten ist: der Geschichte des Kurwesens.

Long story short: was früher die »Solbadstraße« war, ist heute die »Anton-Baumann-Straße«. Die Umbenennung erfolgte am 01.01.1983 auf Vorschlag des Gemeinnützigen Bürgervereins. Die Straße heißt seitdem »Anton-Baumann-Straße« – nach dem Mann, der das erste Heilbad in Bad Schwartau eröffnete. Dieses Heilbad befand sich auch tatsächlich in der Straße, die wir heute als »Anton-Baumann-Straße« kennen.

Den Namen »Solbadstraße« erhielt die Straße allerdings erst im Jahr 1901. Davor hatte sie den Namen »Brauweg«. Das war damals logisch, weil es in dieser Straße eine Brauerei gab. Als im Jahr 1895 eine Solequelle im »Brauweg« gefunden wurde und nachfolgend das erste Heilbad Bad Schwartaus dort eröffnete, wurde der »Brauweg« in Ehrerbietung an das erste Bad Schwartauer Heilbad (aka Solbad) in »Solbadstraße« umbenannt.

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung //  Portrait einer Bäuerin aus der Zeit um 1850

Bild vergrößern: Museumsfavoriten Tanja Gorodiski
Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Tanja Gorodiski, die im Rathaus als Gleichstellungsbeauftragte gearbeitet hat.
Eines ihrer Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist das Portrait einer Bäuerin.

Das kleine Gemälde mit dem goldenen Rahmen stammt vermutlich aus einer Rensefelder Bauernfamilie aus der Zeit um 1850. Die Recherchen hierzu sind noch nicht abgeschlossen. Als Gleichstellungsbeauftragte findet Tanja Gorodiski es wichtig, dass auch die Geschichten der Frauen erzählt werden, die die Historie Bad Schwartaus geprägt haben.
„Die Geschichtswissenschaften waren viel zu lange eine männlich gedeutete Wissenschaft. Ich freue mich, dass das Museum der Stadt Bad Schwartau geschlechtergeschichtlich interessiert ist und bei seiner Arbeit alle Geschlechter in den Blick nimmt.“

Wer Hinweise zu der auf dem Gemälde abgebildeten Dame hat, wird gebeten, sich beim Museum der Stadt Bad Schwartau unter museum@bad-schwartau.de zu melden.

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // DHB-Pokal des VfL Bad Schwartau aus dem Jahre 2001

Bild vergrößern: Museumsfavoriten Tom Zimmermann
Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Tom Zimmermann, der im Amt für Bildung, Sport, Soziales und Kultur tätig ist.
Eines seiner Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist die Replik des DHB-Pokals, den der VfL Bad Schwartau vor 22 Jahren gewann.

2001 hatte der VfL Bad Schwartau die 27. Austragung des Handballpokalwettbewerbs der Herren gewonnen.
Zum DHB-Pokal traten insgesamt 107 Mannschaften aus der 1. Bundesliga, der 2. Bundesliga, der Regionalliga, der Oberliga und dem Landesverband im K.-o.-System gegeneinander an. Nach fünf Hauptrunden erfolgte die weitere Ausspielung mit zwei Halbfinalspielen und einem Finale im »Final Four«.
Das Finale um den DHB-Pokal wurde am 27. Mai 2001 um 15.30 Uhr zwischen dem VfL Bad Schwartau und der HSG Wetzlar in der Alsterdorfer Sporthalle ausgetragen.
Der VfL Bad Schwartau gewann das Spiel 26:22. Der legendäre Sieg wurde auf dem Originalpokal als Gravur vermerkt.

Tom Zimmermann findet es super, dass das Museum auch Objekte aus der Bad Schwartauer Sportgeschichte sammelt.

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Heimatteller aus dem Jahre 1991

Bild vergrößern: Museumsfavoriten Henriette Janßen
Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Henriette Janßen, die bei der Stadt Bad Schwartau als Veranstaltungsmanagerin tätig ist. Eines ihrer Lieblingsobjekte des Museums der Stadt Bad Schwartau ist ein »Heimatteller« aus dem Jahr 1991, den sie dem Museum selbst für die Sammlung überlassen hat.

Die sogenannten »Heimatteller« wurden Ende des 20. Jahrhunderts vom Gemeinnützigen Bürgerverein der Stadt Bad Schwartau in Zusammenarbeit mit der Firma Friedrich Steinfeldt herausgegeben. Die Teller erschienen jährlich mit verschiedenen Motiven.

Auf der Vorderseite des Tellers von Henriette Janßen ist das sogenannte Schloss Marienholm als Grafik abgebildet.
Zur Erklärung: Um 1900 ließ eine vermögende Familie ein repräsentatives Landhaus mit dem Namen »Marienholm« nördlich der Kaltenhöfer Straße errichten. Nach dem 2. Weltkrieg verfiel die auch als »Schloss Marienholm« bezeichnete Villa nach und nach, bis sie um 1960 abgerissen wurde. Noch heute wird der Bereich nördlich der Kaltenhöfer Straße im Volksmund nach diesem Anwesen als »Marienholm« bezeichnet.

Henriette Janßen freut es, dass ihr alter Teller im Museum wieder zu Ehren kommt: „Da ich in Marienholm wohne und den Teller persönlich an das Museum übergeben habe, finde ich dieses Objekt natürlich besonders toll.“

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Marmeladendose aus der Zeit um 1940

Bild vergrößern: Museumsfavoriten Jens Kraft
Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Jens Kraft, der im Bauamt der Stadt Bad Schwartau in der Abteilung Tiefbau tätig ist. Eines seiner Lieblingsobjekte aus der Sammlung des Museums der Stadt Bad Schwartau ist eine alte Marmeladendose der Schwartauer Werke aus der Zeit um 1940.

Jens Kraft, der leidenschaftlich gern Marmeladenbrote zum Frühstück isst, findet es interessant, dass die Schwartauer Werke ursprünglich anders hießen und zunächst gar keine Marmelade hergestellt haben. Das Unternehmen, das 1899 von den Brüdern Paul und Otto Fromm gegründet wurde, hieß zu Beginn nämlich „Chemische Fabrik Schwartau“ und stellte in den ersten Jahren Bohnerwachs und Fußbodenöl her.
Das Geburtsjahr der ersten Schwartauer Konfitüre war 1912. Damals erschien die sogenannte Schwartauer Fünffrucht-Confitüre, die in einer Dose ausgeliefert wurde.
Heute stellt das Bad Schwartauer Unternehmen neben Konfitüren verschiedene Brotaufstriche, Dessertsaucen, Sirupe sowie Müsliriegel her.

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Die Augustraße als Ölgemälde von Gertrud Siemers

Bild vergrößern: Museumsfavoriten Nicole Peksa
Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Nicole Peksa, die im Bad Schwartauer Bauamt tätig ist, findet ein Objekt aus dem Museum der Stadt Bad Schwartau besonders interessant. Es handelt sich dabei um ein Gemälde, das die Auguststraße vor dem Bau des Eutiner Rings abbildet.

Die Auguststraße ist eine der ältesten Straßen Bad Schwartaus und wurde früher „Hinterstraße“ bzw. „Achterstraat“ genannt. (Analog dazu wurde die Lübecker Straße einstmals als „Vorderreihe“ bezeichnet.)
Später wurde die Straße nach Paul Friedrich August von Oldenburg benannt, der von 1829 bis 1853 Großherzog von Oldenburg war und sich August I. nannte.
Nicole Peksa gefällt das Bild der Lübecker Malerin Gertrud Siemers (1895-1984) so gut, weil es zeigt, wie ruhig und gemütlich die Bad Schwartauer Auguststraße vor dem Bau des Eutiner Rings 1979 war.


Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Flasche der ehemaligen Schwartauer Brauerei Lychenheim

Bild vergrößern: Museumsfavoriten Sven Reiß Archivar
Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Sven Reiß, der als Archivar der Stadt Bad Schwartau tätig ist.
Für ihn stellt eine Glasflasche aus der ehemaligen Schwartauer Brauerei Lychenheim ein besonders interessantes Museumsobjekt dar.

Auf dem Gelände der ehemaligen Bierbrauerei Lychenheim wurde 1895 die erste Solequelle Bad Schwartaus entdeckt. Zunächst wollte der Besitzer der Brauerei, der Jude Emil Lychenheim (1844-1932), selbst dort ein „Soolbad-Etablissement“ errichten. Aus bisher ungeklärten Gründen gab er dieses Vorhaben allerdings auf, veräußerte seinen Betrieb wenige Zeit später und zog aus Schwartau fort.

Ob oder inwiefern antisemitische Ressentiments eine Rolle spielten, ist unklar. Bekannt sind allerdings die traurigen Schicksale seiner Ehefrau Jeanette (1859-1942) und den in Bad Schwartau geborenen Töchtern Hedwig (1882-1942), Lea (1883-1942) und Hertha (1894-1944): sie alle starben während der Zeit des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern Theresienstadt und Auschwitz.

Anlässlich des Jahrestages der reichsweiten Pogrome der Nationalsozialisten am 9. November 1938 möchten das Museum und das Archiv der Stadt Bad Schwartau an das Schicksal dieser einstigen Schwartauer Familie erinnern.

Museumsfavoriten der Stadtverwaltung // Neujahrskarten aus der Zeit um 1900

Bild vergrößern: Ohrtmann 31.12.2023
Foto: Museum der Stadt Bad Schwartau

Das ist Judith Ohrtmann, die als Museums- und Kulturmanagerin der Stadt Bad Schwartau tätig ist.

Als Leiterin des Museums schätzt sie alle Sammlungsobjekte gleichermaßen und hat keinen speziellen Favoriten: „Jedes Museumsobjekt hat eine spannende Geschichte zu erzählen und ich freue mich schon sehr darauf, diese Geschichten möglichst bald in einem neu konzipierten Museum der Stadt Bad Schwartau im ehemaligen Amtsgericht präsentieren zu dürfen“.

Anlässlich des näher rückenden Jahreswechsels 2023 stellt Judith Ohrtmann die umfangreiche Neujahrskartensammlung des Museums vor. Die Neujahrskarten wurden von einer Bad Schwartauer Sammlerin zusammengetragen und stammen aus der Zeit um 1900.