Empfang zum Gedenken an Richard J. Yashek
Die Stadt Bad Schwartau lädt am 06. Dezember 2025 um 11:00 Uhr zu einem öffentlichen Empfang in das Rathaus ein. Begrüßt werden die aus den USA angereisten Familienangehörigen von Richard J. Yashek (1929-2005), geboren als Jürgen Jaschek, der als einziger seiner Familie die Deportation nach Riga 1941 überlebte.
Der Empfang bildet den feierlichen Rahmen für die Präsentation des neu erschienenen Buches mit den Lebenserinnerungen von Richard J. Yashek sowie für die Eröffnung der Ausstellung „Der Tod ist ständig unter uns – Deportation nach Riga und Holocaust im deutsch besetzten Lettland“.
Richard J. Yashek
Von 1934 bis 1941 lebten Eugen und Lucy Judith Jaschek mit ihren Söhnen Jürgen und Jochen in der Auguststraße in Bad Schwartau. Vor 84 Jahren, am 06. Dezember 1941, wurde die jüdische Familie von den Nationalsozialisten nach Riga deportiert. Allein der damals 16-jährige Jürgen überlebte und kehrte 1945 nach Deutschland zurück. 1948 emigrierte er in die USA und nahm den Namen Richard J. Yashek an.
Im Alter von 60 Jahren begann Richard J. Yashek erstmals, seine traumatischen Erlebnisse aus Kindheit und Jugend niederzuschreiben – als Vermächtnis für seine Kinder und Enkel. Seine Eindrücke sowie seine Begegnungen fasste er später in einem weiteren Bericht zusammen.
Erstmals erscheinen nun beide Texte gemeinsam in deutscher Übersetzung in einem Buch - ergänzt durch historische Dokumente, Presseartikel und Hintergrundbeiträge.
Die Ausstellung „Der Tod ist ständig unter uns – Deportation nach Riga und Holocaust im deutsch besetzten Lettland“ wurde von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte entwickelt und vom Auswärtigen Amt gefördert.
Im Mittelpunkt stehen die Deportationen nach Riga, das Schicksal der lettischen und aus dem Deutschen Reich verschleppten Jüdinnen und Juden sowie die lange Zeit unzureichende Aufarbeitung der Verbrechen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die zweisprachige Ausstellung (deutsch/lettisch) umfasst 37 Schautafeln und stellt sowohl die Verbrechen als auch die Erinnerungskultur in Deutschland und Lettland dar. Sie ist vom 08. Dezember 2025 bis 27. Januar 2026 während der regulären Öffnungszeiten im Rathaus Bad Schwartau frei zugänglich.
1997 kehrte Richard J. Yashek zu Besuch in seine Heimatstadt Bad Schwartau zurück und trug sich mit folgenden Worten in das Goldene Buch der Stadt ein:
„Für eure Freundschaft danke ich von ganzem Herzen. Mein Leben hat aufgrund eurer Wohltat eine neue Würdigung erfahren. Ihr habt mir geholfen, den dunkelsten Stunden in meinem Leben zu begegnen."
Im Rahmen des Empfangs am 06. Dezember 2025 werden sich nun die Nachkommen von Richard J. Yashek in das Goldene Buch der Stadt eintragen.
Die Stadt Bad Schwartau heißt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich willkommen und lädt dazu ein, an diesem besonderen Gedenken teilzunehmen.