Frage zur Verkehrsprognose 2040
Welche Auswirkungen hat die im Oktober 2024 vom Bundesverkehrsministerum veröffentliche Verkehrsprognose auf den Güterzugverkehr?
Antwort:
Die neue Verkehrsprognose errechnet das zukünftigen Personen- und Gütertransportaufkommen für alle Verkehrsarten bis 2040.
Zugzahlen für einzelne Strecken werden darin noch nicht genannt. Aber die Prognose besagt, dass der Güterverkehr auf der Schiene zwischen Deutschland und Skandinavien stark ansteigen wird von 9,0 Millionen Tonnen pro Jahr, die in 2019 transportiert wurden, auf 17,2 Mio. t/p.a. im Jahr 2040.
Bei der finalen Planung für den Belttunnel wurde im Jahr 2016 ein Güterverkehrsaufkommen für den Schienenweg in Höhe von 9,5 Mio. t./p.a. berücksichtigt. Entsprechend hat man dort mit erforderlichen 70 Güterzügen je Tag gerechnet.
Diese Zuganzahl hat auch die Deutsche Bahn für die Schienenanbindung bislang vorgesehen.
Da die neue Prognose nun besagt, dass bis zum Jahr 2040 fast doppelt so viele Güter transportiert werden müssen als bisher geplant, wird die Anzahl der täglich erforderlichen Güterzüge erheblich ansteigen.
Für den Güterverkehr auf der Schiene stehen aber im Transport zwischen Deutschland und Skandinavien nur wenig Wege zur Verfügung: außer den Seehäfen in Kiel, Rostock und Lübeck gibt es nur die bislang betriebene Güterverkehrstrasse über Flensburg und Jütland und zukünftig die neue Schienenanbindung über die Feste Fehmarnbeltquerung. Die Jütlandroute ist 160 km länger als die neue Schienenanbindung.
In den Verkehrsgutachten wird davon ausgegangen, dass der dortige Güterverkehr vollständig an die neue Schienenanbindung abgegeben wird. Es wird auch davon ausgegangen, dass der Seegüterumschlag über die Häfen sich stark verringert und sich auf die neue Schienenanbindung verlagert.
Infolgedessen ist damit zu rechnen, dass der Güterverkehr um mehr als 50 Güterzüge je Tag zunehmen könnte. Diese zusätzlichen Züge können nur nachts verkehren, sofern kein 3. Gleis zwischen Lübeck und Bad Schwartau hergestellt wird, da die Kapazitätsgrenze im Engpass zwischen Lübeck und Bad Schwartau für den Tagzeitraum bereits erreicht ist.
Es ist unklar, wann hierzu konkrete Zugzahlen vorliegen werden. Die Deutsche Bahn muss diese neue Entwicklung jedoch in ihrer derzeitigen Planung bereits sachgerecht berücksichtigen.
Ob sie das angesichts der fortgeschrittenen Planung und des Termindrucks tatsächlich auch tut, ist fraglich. Dies muss im Auge behalten werden.