Frage zu den Aussichten für Bad Schwartau:

Was kommt Im Allgemeinen bzgl. der FFBQ in 2025 auf die Bürgerinnen und Bürger zu?


Antwort:

In diesem Jahr, vermutlich bereits in der 1. Jahreshälfte wird die Deutsche Bahn als Vorhabenträgerin Ihre vollständige Planung für den Abschnitt Bad Schwartau offenlegen. Die Stadtverwaltung und die betroffenen Bürger haben dann nur wenige Wochen Zeit, die vorgesehene Ausführung zu studieren und zu prüfen, ob wesentliche Belange und Schutzinteressen dadurch berührt werden.

Auf Grundlage der bislang bekannt gewordenen Planungsdetails ist aber schon heute festzustellen:
Die Ortslage wird zukünftig in zwei Teile zerschnitten, sowohl vom Stadtbild her als auch verkehrlich wird zertrennt, was bislang zusammengehört. Mehr als 8 Meter hohe Schutzwände entlang der Trasse verschatten die Anwohnergrundstücke und versperren zukünftig den Blick. Mit der Aufhebung des Bahnübergangs Elisabethstraße werden die Anlieger des östlichen Straßenteils abgeschnitten und müssen einen kilometerweiten Umweg fahren, um in die Innenstadt zu gelangen. Fußgänger und Radfahrer müssen künftig eine lange eine Unterführung nutzen und somit Angsträume queren. Im Hinblick auf die geschuldete Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs ist die Planung völlig unzureichend. Die Erschließung des Gewerbegebiets südöstlich der Autobahn soll durch Anliegerstraßen erfolgen, was im Hinblick auf den ruhenden Verkehr gar nicht durchführbar ist.

Schwerer noch wiegt der bau- und betriebsbedingte Verlust der innerstädtischen Waldflächen im Kuhholz beidseitig der Bahntrasse sowie im Mönchskamp. 11 ha Wald mit jahrhundertalten Bäumen werden unwiederbringlich verloren gehen und sollen zukünftig als Baustraße, Rückhaltebecken oder für neue Verkehrswege genutzt werden. Damit geht nicht nur das prägende Stadt- und Landschaftsbild unseres Kurortes verloren, sondern auch die Erholungsfunktion des Waldes für Bürger und Kurgäste. Auch die Filterwirkung des Waldes wird empfindlich verringert. Das Zertifikat der Stadt als staatlich anerkanntes Heilbad ist zukünftig also stark gefährdet, denn die in der Umgebung des Kurbetriebes geforderte Luftreinheit entspricht bereits heute nur noch knapp den Anforderungen und wird sich durch den Waldverlust in unmittelbarer Nähe deutlich verschlechtern.

Einen empfindlichen Eingriff in die Natur wird es seitens der Deutschen Bahn auch im Flora-Fauna-Habitat Schwartautal geben. Der in diesem nach EU-Recht streng geschütztem Gebiet vorhandene Bahndamm nördlich der Schwartau muss abgetragen und neu hergestellt werden, um die Belastung durch den zukünftigen Güterverkehr standsicher abzufangen. Dafür sollen beidseitig Spundwände gerammt werden. 

Einen großen Konflikt stellt auch die Sperrung der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Kiel für die Dauer von 18 Monaten oder sogar 2 Jahren dar. Diese wird erforderlich, um den vorhandenen Bahndamm zu ertüchtigen. In der Vergangenheit hatte der Verkehrsminister des Landes eine Betriebsunterbrechung des Schienennahverkehrs von 9 Monaten für die Herstellung eines tiefen Troges bereits als unzumutbar erachtet.

Der größte Konflikt für die Stadt und die Bewohner entlang der Trasse wird sich bei Inanspruchnahme der Ortsdurchfahrt für den transnationalen Güterverkehr im Hinblick auf die zukünftigen Immissionsbelastungen ergeben. Trotz der geplanten, mehr als 8 Meter hohen Schutzwände sind die zukünftigen nächtlichen Belastungen aus Bahnlärm und Schienenverkehrserschütterungen unerträglich hoch.