Hilfsnavigation

Kurparksee mit Fontäne

Veranstaltungen


< Oktober 2017 * >
KWMoDiMiDoFrSaSo
39             01
40 02 03 04 05 06 07 08
41 09 10 11 12 13 14 15
42 16 17 18 19 20 21 22
43 23 24 25 26 27 28 29
44 30 31          
 

"Nordzypern" - ein Vortrag

Montag, 30.10.2017

Weitere Informationen zur Veranstaltung:

Großes Bild anzeigen
St.-Barnabas-Kloster - Famagusta

Manfred Lietzow hält einen Dia-Vortrag zum Thema "Nordzypern - ein Staat, den es nicht gibt".

Der Eintritt ist frei.

Eigentlich gibt es diesen Staat „Nordzypern“ überhaupt nicht und trotzdem ist es seit einiger Zeit möglich, wenn auch recht umständlich, ihn zu besuchen.

In diesem Frühjahr flog Manfred Lietzow von Hamburg mit einstündigem Zwischenaufenthalt in Antalya zum nordzyprischen Flughafen Ercan. Von Famagusta startete die Studienreise mit dem Bus zu den antiken Stätten in Zyperns Norden. In Nikosia, der seit 1974 geteilten Hauptstadt Zyperns, zeichnet sich die ganze Tragik des jahrhundertelangen Konflikts zwischen Türken und Griechen ab. Zypern in seiner über 3000jährigen Geschichte war aufgrund seiner strategischen Lage im Mittelmeer stets ein Spielball der Großmächte schon seit der Antike. Assyrer, Ägypter, Griechen, Römer, Kreuzritter, Genueser, Franzosen, Venezianer, Türken und Briten beanspruchten diese „Perle im östlichen Mittelmeer“ für sich. Seit der Unabhängigkeit Zyperns von den Briten 1960 begannen verstärkt die Spannungen zwischen der griechischen und türkischen Volksgruppe, die sich seit 1570 durch die Invasion der Osmanen auf der Insel befindet. Der Konflikt über die Enosis, dem griechischen Begehren des Erzbischofs u. zypriotischen ersten Präsidenten Makarios III. nach Vereinigung Zyperns mit Griechenland, artete in einen Bürgerkrieg aus bis die Türkei 1974 den Norden Zyperns und die Altstadt Nikosias besetzte. Während der größere griechische Teil Zyperns als unabhängige Republik international anerkannt wurde, wird die „Türkische Republik Nordzypern“ nur von der Türkei anerkannt.

In Nikosia wurden die Altstadt besucht mit der ehem. Sophien-Kathedrale, heute Selimiye-Moschee, der osmanischen Karawanserei, der Kulturkirche St. Nicolai und die Relikte aus venezianischer Zeit. Zu Fuß ging es durch die berühmte Lidras-Str. über den türk.-griech. Grenzübergang an der „Greenline“ in den griechischen Teil, der Neustadt von Nikosia. Vor 20 Jahren, bei meinem ersten Besuch auf Zypern war das überhaupt nicht möglich. Schwerbewaffnet an einer verminten Grenze, wie im damaligen Berlin, standen sich Türken und Griechen am Kontrollposten gegenüber und dazwischen im Niemandsland sorgte die UN-Truppe für Ruhe. Heute sind Tagesausflüge mit dem Personalausweis von EU-Bürgern in beide Teile Nikosias möglich.

Von Famagusta mit seiner Vielfalt an historischen Sehenswürdigkeiten, wie z. B. der gewaltigen St.-Nikolaus-Kathedrale (heute: Lala Mustafa-Pascha-Moschee), der venezianischen Stadtmauer und dem Gouverneurspalast ging es in die antike Ruinenstadt Salamis mit ihren römischen Ausgrabungsstätten des Gymnasiums, der Thermen und Nekropole sowie zum nahegelegenen St.-Barnabas-Kloster des zypriotischen Märtyrers und Nationalheiligen Barnabas, dem Gefährten des Apostel Paulus. Bedrückend war die Fahrt entlang der „Geisterstadt“ Varosia/Varosha, dem seit 1974 zunehmend verfallenen Ferien-Vorort Famagustas, einst das größte Touristengebiet der Insel mit seinen prachtvollen Stränden und einstigen Nobelhotels. Noch heute dient diese eingezäunte und vom türkischen Militär schwerbewachte Ferienregion als Faustpfand in den Verhandlungen mit den Griechen.

Ein Ausflug in das Naturschutzgebiet der Halbinsel Karpas im hohen Nordosten Zyperns mit seinen idyllischen Dörfern, dem geschichtsträchtigen St.-Andreas-Kloster sowie den wilden Eseln und den großen Schildkröten am Goldstrand, wo in den seichten Fluten des Mittelmeeres schon gebadet werden konnte, war ein besonderer Höhepunkt dieser Reise.

Sehenswert war auch die Fahrt durch das Pentadaktylos-Gebirge mit dem imposanten „Fünf-Finger-Berg“ zur Kreuzritterburg mit dem ehem. Kloster St.-Hilarion und von dort zur Ruine der alten Augustiner-Klosterabtei in Bellapais auf den Spuren des brit. Schriftstellers Lawrence Durrell, der dort in den 50iger Jahren die Situation des heraufziehenden zypriotischen Bürgerkriegs erlebte und in seinem Bestseller „Bittere Limonen“ beschrieb. Nicht weit entfernt davon liegt die malerische Hafenstadt Kyrenia mit ihrer byzantinischen Festung. Heute befindet sich in der Festung ein sehenswertes antikes Schiffswrackmuseum.

Ein Ausflug führte von Kyrenia zur antiken Hafenstadt Soli, wo die reichen Kupfererze im Altertum verschifft wurden. Ein guterhaltenes Schwanen-Mosaik in der ehem. Basilika und das römische Theater zeugen noch von dem einstigen Wohlstand dieses ehem. Stadtstaates. Zurück führte die Fahrt zum Kloster des Hl. Mamas und am Gecitköy Staudamm vorbei. Dort wird das Wasser des Mandara-Flusses gestaut.

Zum Abschluss ging es nach dem Besuch im Bergdorf Lefkara, berühmt für seine Spitzenhäkeleien, wo schon Leonardo da Vinci einkaufte, nach dem Besuch in der Hala-Sultan-Tekke Moschee am Salzsee nochmals in den griechischen Teil zur Hafenstadt Larnaca, um die byz. St.-Lazarus-Kathedrale und den Sarkophag des berühmten Hl. Lazarus zu besuchen.

Natürlich durfte auch eine Weinprobe mit den süffigen griechischen Zypernweinen und dem Besuch eines türkischen Dampfbads im “Hamam“ zur Entspannung nicht fehlen. Es war eine empfehlenswerte Reise für alle geschichts- und kulturträchtigen Genießer in einer politisch hochangespannten Region. Man kann nur hoffen, dass die leider bis heute fruchtlosen Verhandlungen zwischen den beiden Volksgruppen und Garantiemächten Türkei, Griechenland und Großbritannien eines Tages endlich zum Erfolg führen und diese wunderschöne Insel wieder vereint wird!


Veranstaltung exportieren

Bitte wählen Sie das gewünschte Dateiformat!
VCS (Outlook) »
ICS (Apple) »
iCal »
Großes Bild anzeigen
Luftbild Bad Schwartau
Großes Bild anzeigen
Brunnen auf dem Marktplatz
Großes Bild anzeigen
Bismarcksäule, Groß Parin
Großes Bild anzeigen
Panorama der Holstein Therme Bad Schwartau

Kontakt

Amt für Zentrale Dienste und Finanzen
Bürgerdienste/Touristinformation
Markt 15
23611 Bad Schwartau

Telefon: 0451 2000-2334
Fax: 0451 2000-2020
E-Mail schreiben
Raum: E2

Da war noch was...

Sommertour 2013 von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin  

Bad Schwartau gewinnt in Bad Schwartau und fährt zum Städte-Wettkampf der Sommertour von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin nach Grömitz.

Die Lage von Bad Schwartau

Lage der Stadt Bad Schwartau auf der Deutschlandkarte